Personal tools
You are here: Home Members wortmann wortmann_bib Zur Ursache der hemipelagischen schwarz/grün Zyklen im Apt/Alb der bayerischen Flyschzone
Document Actions

Ulrich G Wortmann (1996)

Zur Ursache der hemipelagischen schwarz/grün Zyklen im Apt/Alb der bayerischen Flyschzone

PhD thesis, Lehrstuhl für Allg., Ang. und Ing. Geol., TU–München, Germany.

Zur Zeit der Unteren Kreide (Apt/Alb) sind in den hemipelagischen Tonsteinen des Flysch-Gault der Rhenodanubischen Flysch-Zone charakteristische schwarz/grüne Tonsteinwechselfolgen ausgebildet. Diese typischerweise wenige Zentimeter bis einige Dezimeter mächtigen Tonsteinlagen finden sich in ähnlicher Ausprägung auch in vielen atlantischen Bohrkernen des ,,Deep Sea Drilling Project`` und des ,,Ocean Drilling Project`` (DSDP/ODP). Die Farbwechsel lassen sich über mindestens 40 km entlang der Achse des ehemaligen Beckens korrelieren. Darüber hinaus kann es wahrscheinlich gemacht werden, daß die einzelnen Schwarzschieferlagen innerhalb des untersuchten Bereichs synchron entstanden sind. Die geochemische Untersuchung eines 3 m langen Profilabschnittes zeigt charakteristische mit den Farbwechseln der Tonsteine gekoppelte Änderungen der chemischen Zusammensetzung der Tonsteine. Diese geochemischen Variationen korrelieren außerdem mit Änderungen im Quarz-, Kaolinit-, Chlorit- und Illit-Gehalt. Die Verteilung der detritisch beeinflußten Elemente wird als Effekt eines sich ändernden Windfeldes interpretiert, während die Verteilung der paläoproduktivitäts-sensitiven Elemente auf den Wechsel von einer geschichteten zu einer ungeschichteten Wassersäule zurückgeführt wird. Beide Prozesse treten gleichzeitig auf und scheinen miteinander in Beziehung zu stehen. Als Ursache der Windstress- und Wasserschichtungs-Änderung wird ein klimatisches Modell vorgeschlagen, in dem die Änderung der Windrichtung/-stärke mit einer Änderung der Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsmenge verbunden ist (Monsun). In deren Folge ändert sich sowohl die detritische Zusammensetzung als auch die Dichte-Struktur der Wassersäule. Fluoreszensmikroskopische Aufnahmen zeigen, daß es sich bei den Schwarzschiefern nicht um homogene Lagen, sondern um Wechsellagerungen von Corg-reichen und Corg-armen Schichten im zehntel bis hundertstel Millimeter-Bereich handelt, deren Farbwechsel durch eine Bitumen-Imprägnierung der Matrix im Durchlichtmikroskop nicht mehr zu erkennen sind. Diese Farbwechsel werden als kurzfristige Stagnationsphasen im Jahres- bis Zehnjahres-Bereich interpretiert. Die Zeitreihen-Analyse der chemischen Daten ergibt ein signifikantes Maximum für Periodenlängen von 26 und 52 cm. Bei Korrektur der ursprünglich zu 9 mm/ka abgeschätzten Sedimentationsrate auf 7.5 mm/ka korrespondieren die beiden Maxima mit den kretazischen Milankovic-Frequenzen für die Präzession (19.7 ka) und Bahnschiefe (40 ka). Die Schwarzschieferlagen werden daher als Zeiten mit einer Neigung zu starken Monsunereignissen interpretiert, in deren Folge es zu kurzzeitigen Stagnationsphasen kommt. Da die Dynamik der Monsunentwicklung durch die kontinentalen Hitzetiefs der nördlich gelegenen Landmassen kontrolliert wird, folgt dieses System den Insolationsänderungen der Bahnschiefe und nicht denen der in den Tropen ausgeprägten Präzession.
« May 2012 »
Su Mo Tu We Th Fr Sa
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031